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12.07.2018

Wettstreit der Kardiologie und Herzchirurgie?

Univ.-Prof. Dr. med. Butter, Chefarzt der Kardiologie am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, spricht im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" über die Bedeutung beider Disziplinen für die moderne Herzmedizin.
Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg - Nachricht - Univ.-Prof. Dr. med. Christian Butter - Interview - Tagesspiegel - PNN - Kardiologie

Das Herzzentrum Brandenburg des Immanuel Klinikums Bernau vereint unter anderem die beiden Abteilungen der Kardiologie und Herzchirurgie - beide Fachbereiche sind in der modernen Herzmedizin nicht wegzudenken. Und doch wird ihnen zuweilen eine gewisse Konkurrenz unterstellt. Der Tagesspiegel ludt Univ.-Prof. Dr. med. Christian Butter, Chefarzt der Kardiologie am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, zu einem Interview mit dem Ärztlichen Direktor des Deutschen Herzzentrums, Volkmar Falk, ein.

Die Kernfrage: "Wird Herzchirurgie langsam überflüssig?"

Einige Behandlungsmethoden von Herzerkrankungen, die bislang klassisch in den chirurgischen Bereich fielen und eine Operation am offenen Herzen bedeuteten, lassen sich heutzutage dank hochmoderner Medizin auch durch kardiologische Eingriffe ersetzen. Das Herz muss dafür nicht vorübergehend still gelegt werden, Wundheilung und Genesung können schneller voranschreiten. Beispiele dafür sind die Arteriosklerose und die Aorten-Stenose als häufig auftretende Herzerkrankungen.

Bei der Arteriosklerose verengen und verkalken sich die Herzkranzgefäße, die Durchblutung ist gestört, es kann zu einem Herzinfarkt oder einer Herzinsuffizienz kommen. Chirurgisch wird Arteriosklerose z.B. mit einem Bypass behandelt, einem "Umgehungskreislauf", bei dem auf andere Arterien zurückgegriffen wird, um das Herz wieder ausreichend mit Blut zu versorgen. Kardiologisch lässt sich diese Erkrankung oft mit einem Stent, einer röhrenartigen Gefäßstütze, behandeln. Dabei wird mit einer kleinen Einstichstelle in der Leiste ein Katheter durch Blutbahnen zum Herzen geführt und der Stent zur dauerhaften Öffnung an der verengten Stelle eingesetzt.

Auch bei der Aorten-Stenose, einer Verengung der Herzklappe, welche die linke Herzkammer von der Hauptschlagader (Aorta) trennt und den Blutfluss zwischen Herz und Körper erschwert, kommen beide Herz-Disziplinen zum Einsatz. Chirurgisch wird die verkalkte Herzklappe bei geöffnetem Brustkorb herausoperiert und durch eine biologische oder künstliche ersetzt. Kardiologisch kann man mittels TAVI, eines minimalinvasiven kathetergestützten Verfahrens, eine zusammengefaltete neue Herzklappe zur erkrankten führen. Im Gegensatz zum offen-chirurgischen Aortenklappenerseratz wird hierbei die erkrankte Klappe nicht entfernt, sondern durch die Prothese an die Aorta-Wand gedrückt und fixiert.

Univ.-Prof. Dr. med. Christian Butter betont aber im Interview, weshalb die Herzchirurgie nicht von der Kardiologie verdrängt werde, auch wenn bei gleichguten Ergebnissen die katheterbasierte Methode oft die erste Wahl sei: "Es gibt kein Gegeneinander von Herzchirurgie und Katheter, sondern beide ergänzen einander." Beispielsweise bei angeborenen Herzfehlern, größeren Eingriffen an den Herzklappen, an der Hauptschlagader oder den Herzkrankzgefäßen seien Operationen meist unabdingbar und manchmal sogar alternativlos.

Interdisziplinärer Austausch statt schwarz-weiß-Denken

"Wir haben jetzt die Möglichkeit, jedem Patienten die am besten geeignete Methode anbieten zu können. [... Manche] Fälle muss man mit Weitblick interdisziplinär diskutieren und die beste Therapie wählen", so Butter. Erst im Austausch zwischen den Behandlungsfeldern und dem betroffenen Patienten selbst könne abgeschätzt werden, was medizinisch notwendig und die geeignetste Methode sei.

Die Grenzen zwischen Chirurgie und Kardiologie verschwämmen allmählich, die Disziplinen arbeiteten zunehmend Hand in Hand. Und doch herrsche ein gewisser Wettbewerb - besonders dort, wo die Forschung noch nicht genügend Belege für neue medizinische Verfahren bieten kann, beispielsweise bei der Frage nach Schlaganfallrisiken nach konventioneller OP oder TAVI-Einsatz.

Was nach Einschätzung von Univ.-Prof. Dr. med. Butter außerdem die Vorgaben gesetzlicher Krankenkassen mit der Entscheidung für eine der beiden Methoden zu tun haben, erfahren Sie im ganzen Interview.

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