Vorhofflimmern

Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Rhythmusstörungen und tritt mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf. Nach dem 60. Lebensjahr sind 2 – 4 % der Bevölkerung von diesem Krankheitsbild betroffen.

Was ist Vorhofflimmern?

Durch kreisende elektrische Erregung in den Herzvorhöfen entsteht das Vorhofflimmern

Bei Vorhofflimmern handelt es sich um eine Rhythmusstörung im Bereich der Herzvorhöfe, die durch kreisende elektrische Erregung zustande kommt und entweder langsam (Bradyarrhythmia absoluta), oder schnell (Tachyarhythmia absoluta) auf die Herzkammern übergeleitet wird und somit die Herzfrequenz beeinflusst. Vorhofflimmern kann dauerhaft (permanent) oder anfallsartig (paroxysmal) auftreten. Der Herzschlag wird stets unregelmäßig, was auch ein hauptsächliches Symptom darstellt. Das Flimmern der Herzvorhöfe ist per se nicht gefährlich, wird jedoch, von Patient zu Patient unterschiedlich, entweder gar nicht oder aber auch als störend und beeinträchtigend wahrgenommen.

Die Hauptgefahr besteht in der Entstehung von Schlaganfällen durch Embolisierung von Blutgerinnseln aus dem linken Vorhofohr.

Da die Herzvorhöfe bei Vorhofflimmern das Blutvolumen nicht mehr effektiv bewegen, kommt es zu einer Verlangsamung des Blutflusses und somit zu einer erhöhten Gerinnungsneigung bis zur Bildung von Blutgerinnseln vor allem im linken Vorhofohr. Durch Verschleppung (Embolisierung) dieser Thromben aus dem linken Vorhof erhöht sich das Risiko besonders für Schlaganfälle, aber auch für Infarkte aller anderer Organe. Nach einer individuellen Risikobewertung müssen die meisten Patienten mit Vorhofflimmern perspektivisch deshalb blutverdünnende Medikamente einnehmen. Neben den klassischen oralen Antikoagulatien (Gerinnungshemmern), kommen Medikamenten wie Falithrom/Marcumar, und im Einzelfall auch die neuen blutverdünnenden Medikamente wie Dabigatran oder Rivaroxaban in Frage.

Prävalenz von Vorhofflimmern, Rotterdam Studie Europa

Alters- und Geschlechtsabhängigkeit, Alter ≥ 55 Jahre, n = 6808, Gesamtprävalenz 5,5,%, Männer 6,0%, Frauen 5,1%
 

Was sind die wichtigsten Symptome?

Vorhofflimmern wird von Patienten oft als unregelmäßiges Herzrasen bemerkt. Systematische Untersuchungen haben aber wiederholt gezeigt, dass viele Patienten wechselnde kürzere oder längere Episoden von Vorhofflimmern haben, ohne dies zu bemerken.

  • Herzklopfen / -Stolpern
  • Leistungsschwäche
  • Luftnot
  • Schwindel
  • Angstzustände
  • Vermehrter Harndrang
  • Oft unbemerkt

Was können mögliche Ursachen sein?

Die Ursache für Vorhofflimmern liegt oft in Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler, Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen. In 15 % der Fälle ist die Entstehung jedoch ungeklärt.

Therapie bei Vorhofflimmern

Unterschieden wird die Therapie mittels Frequenzkontrolle, um einen zu schnellen Herzschlag zu verhindern und Rhythmuskontrolle, um einen Sinusrhythmus wiederzuerlangen.

  • Frequenzkontrolle mit z. B. Betablockern, Verapamil, Digitalis
  • Rhythmuskontrolle medikamentös mit z. B. Amiodaron, Flecainid oder durch elektrische Kardioversion
  • Je nach individueller Situation muss bei länger bestehendem Vorhofflimmern oder unklarem Beginn des Vorhofflimmerns eine transösophageale Echokardiographie (Schluckecho) zum Ausschluss von Thromben im linken Vorhof durchgeführt werden.
  • elektrophysiologische Untersuchung mit Isolation der Pulmonalvenen(bei wiederholtem symptomatischem Vorhofflimmern nach erfolgloser medikamentöser Therapie)
  • orale Antikoagulation zur Hemmung der Blutgerinnung und zur Schlaganfall-Prophylaxe

 
 
 
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