Endokarditis

Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut. Durch die Entzündung werden die Herzklappen zerstört und es können sich schwere Undichtigkeiten der Herzklappen innerhalb kurzer Zeit entwickeln.

Was ist Endokarditis?

Die Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, auch "Endokard", die entweder akut einsetzen kann oder langsam verläuft. Neben der inneren Auskleidung der Herzhöhlen bestehen auch die Herzklappen aus Endokard und sind bei einer Entzündung besonders betroffen. Allen voran vorgeschädigte oder künstliche Klappen sind gefährdet. Bei einem Herzklappenfehler erhöht sich entsprechend das Risiko, an Endokarditis zu erkranken. Umgekehrt kann die Endokarditis ihrerseits bleibende Klappendefekte verursachen und einen Herzklappenersatz erforderlich machen.

Durch die Entzündung werden die Herzklappen zerstört und es können sich schwere Undichtigkeiten der Herzklappen innerhalb kurzer Zeit entwickeln. Dabei entstehen an den Klappen Blutgerinnsel, die mit dem Blutstrom mitgerissen werden können und dann mitunter zu Schlaganfällen, Lungenembolien oder Nierenschäden führen. Sie geht fast immer mit Fieber einher und ist unbehandelt oft tödlich.

Die Ursache ist hauptsächlich eine Infektion mit Bakterien. Ab und an wird sie auch von Tumoren und Autoimmunerkrankungen bedingt. In Deutschland ist die Endokarditis bei herzgesunden Menschen selten geworden und seit Einführung der Antibiotika auch behandelbar.

Was sind die wichtigsten Symptome?

Große endokarditische Vegetation an der Mitraklappe
Große endokarditische Vegetation an der Mitraklappe
  • gewöhnlich Fieber wechselnder Höhe
  • Schüttelfrost, Nachtschweiß
  • Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen
  • Kleine Einblutungen, zum Beispiel im Bereich der Hände und Füße sowie Blut im Urin
  • Akute Herzinsuffizienz
  • Bewusstseinsstörungen
  • in schweren Fällen auch Kreislaufschocks

Was sind mögliche Ursachen?

  • Entzündung mit Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken und Enterokokken oder, wenn auch seltener, mit Pilzen, die von Entzündungsherden im Körper selbst, über Haut- und Schleimhautwunden oder auch über Venenkatheter in die Blutbahn gelangen
  • Einpflanzung infizierter Fremdkörper, etwa infizierter Klappenprothesen
  • Immunprozesse: infolge einer bakteriellen Entzündung im Rachen kann es zur Bildung von Auto-Antikörpern kommen, die die Gelenke und die Herzklappen angreifen (rheumatisches Fieber)

Was sind mögliche Komplikationen?

  • Zerstörung von Herzklappen
  • Embolien durch losgerissene Vegetationen auf den Herzklappen (Schlaganfall, Lungenembolie, Nierenembolie)
  • Verschleppung von Keimen in andere Organe (Abszesse), Blutvergiftung (Sepsis)

Diagnose von Endokarditis

Da es sich um ein schweres Krankheitsbild mit potentiell raschem Fortschreiten des Krankheitsverlaufs handelt, ist bei der Endokarditis eine umgehende Abklärung in einem Krankenhaus erforderlich. Die Diagnostik umfasst üblicherweise die folgenden Schritte:

  • Körperliche Untersuchung: Abhören der Herzgeräusche, Überprüfen auf Einblutungen, Vergrößerung von Leber und Milz
  • EKG für den atrioventikulären Block (AV-Block) sowie den Links –oder Rechtsschenkelblock 
  • Blutparameter für Entzündungszeichen wie C-reaktives Protein (CRP) oder Procalcitonin (PCT), Blutbild und Nierenfunktion
  • Blutkulturen zur Anzüchtung von Bakterien aus dem Blut
  • Herzecho von außen und durch die Speiseröhre

Therapie bei Endokarditis

Als großes kardiologisches/kardiochirurgisches Zentrum besteht große Erfahrung in der Behandlung der Endokarditis, die bei uns kein seltenes Krankheitsbild ist. Wegen der überregionalen Bedeutung werden viele Patienten auch mit schweren Endokarditisverläufen aus anderen Krankenhäusern in unser Herzzentrum verlegt.

Durch die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Kardiochirurgen und Intensivmedizinern/Anästhesisten wird das Krankheitsbild im Team gemeinsam besprochen und die optimale Therapie mit dem Patienten zusammen festgelegt. Zudem kann durch die enge Kooperation rasch auf Komplikationen reagiert werden.

  • Antibiotikatherapie
  • Herzklappenoperation

Antibiotikatherapie
Eine zielgerichtete, intravenöse Antibiotikatherapie wird über einen ausreichenden Zeitraum, in der Regel über mehrere Wochen durchgeführt.

Der Nachweis von eindeutigen Herzklappenveränderungen, neu aufgetretenen Klappenvegetationen oder der Nachweis von Keimen im Blut sind sichere Zeichen einer Endokarditis. Sind diese eindeutigen Nachweise manchmal schwer zu erbringen, zum Beispiel weil sich noch keine Klappenveränderungen/Vegetationen trotz vorliegender Endokarditis entwickelt haben oder der Keimnachweis in der Blutkultur wegen einer vorbestehenden Antibiotikabehandlung nicht gelingt, so muss bei vorliegenden klinischen Endokarditis-Zeichen blind mit einem breit wirksamen Antibiotikum behandelt werden.

Herzklappenoperation
Bei zunehmender Klappenzerstörung mit Klappenundichtigkeiten oder bei großen Auflagerungen auf den Herzklappen ist eine rechtzeitige Herzklappenoperation und gegebenenfalls ein Herzklappenersatz lebensrettend. Einer frühzeitigen Miteinbeziehung der herzchirurgischen Abteilung kommt daher bei einer Endokarditis eine hohe Bedeutung zu.

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