Kombinationseingriffe

Leidet ein Patient an verschiedenen Herz- oder Gefäßerkrankungen gleichzeitig, lässt sich die chirurgische Behandlung mitunter in einer einzigen Operation bewerkstelligen. Typisch ist etwa die Kombination von Bypass- und Herzklappen-Operation. Bisweilen werden auch chirurgische und Katheter-Eingriffe miteinander kombiniert.

 

Was sind Kombinationseingriffe?

Kombinationseingriffe an Herz und Gefäßen verbinden verschiedene chirurgische Interventionen in einer einzigen Operation. Häufig werden beispielsweise Eingriffe an den Herzkranzgefäßen und den Herzklappen gleichzeitig durchgeführt.
Gerade bei älteren Patienten, die nicht selten an verschiedenen Herz- oder Gefäßkrankheiten leiden, können Kombinationseingriffe wiederholte Operationen und Klinikaufenthalte vermeiden helfen.

Bisweilen werden chirurgische Interventionen auch mit Katheter-Verfahren kombiniert, um das Operationsrisiko zu minimieren. Diesen Methodenmix aus operativen und kathetergestützten Techniken bezeichnen Experten als Hybrid-Eingriff.

Wann helfen Kombinationseingriffe?

Herz- und gefäßchirurgische Kombinationseingriffe bieten sich mitunter an, wenn zwei oder mehr der folgenden Leiden vorliegen:

Wie helfen Kombinationseingriffe?

Kombinationseingriffe dienen der Behandlung verschiedener Leiden durch eine einzige Operation. In den vergangenen Jahren haben diese Simultan-Interventionen in der Herz- und Gefäßchirurgie zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Ein Grund dafür ist, dass viele Herz- und Gefäßkrankheiten auf gemeinsame Ursachen zurückgehen, insbesondere arteriosklerotische Verkalkungsprozesse. Diese können im Laufe des Lebens an verschiedenen Stellen des Kreislaufsystems zu Schädigungen führen, weshalb sich gerade bei älteren Menschen nicht selten kombinierte Krankheitsbilder finden – etwa eine gleichzeitige Verkalkung von Herzkranzgefäßen und Herzklappen. Mitunter kann die chirurgische Therapie dann in einem Eingriff gebündelt werden, was dem Patienten wiederholte Interventionen erspart.

Recht häufig ist inzwischen die Kombination einer Bypass-Operation mit einem Eingriff an den Herzklappen. Zudem lassen sich die Interventionen am Herzen mit gefäßchirurgischen Eingriffen verbinden, die etwa aufgrund einer verengten Halsschlagader, einem Aorten-Aneurysma oder verkalkter Becken- und Beingefäße notwendig sind. Simultane Kombinationseingriffe sind auch beim Zusammentreffen von Herzerkrankung und Gefäßerkrankungen der Bauchschlagader, der Beckenschlagadern und der Schlagadern des Beins möglich und werden von uns durchgeführt.

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Wie erfolgen Kombinationseingriffe?

Je nachdem, welche Erkrankungen bei einem Patienten vorliegen, können unterschiedlichste herz- und gefäßchirurgische Techniken zum Einsatz kommen.

Die vergleichsweise gängige Kombination einer mehrfachen Bypass-Operation mit einem Eingriff an den Herzklappen umfasst typischerweise folgende Schritte:

  • Nach Einleiten einer Allgemeinnarkose durchtrennen die Ärzte das Brustbein und öffnen den Brustkorb.
  • Der Operateur löst die linke innere Brustwandarterie an ihrem unteren Ende von der Brustwand ab, um sie zum Herzen umleiten zu können. Gleichzeitig entnimmt ein zweiter Chirurg eine Vene am Bein, die je nach Anzahl der notwendigen Bypässe zu mehreren Stücken zurechtgeschnitten wird.
  • Eine Herz-Lungen-Maschine wird angeschlossen: Der Apparat saugt Blut aus den Hohlvenen an, sättigt es mit Sauerstoff und pumpt es in die Hauptschlagader zurück. Damit übernimmt die Maschine die Kreislauffunktion.
  • Das Herz selbst kann jetzt mit speziellen Infusionen stillgelegt werden – der Operateur arbeitet am ruhenden Herzmuskel.
  • Die Bypässe (Umgehungskreisläufe) werden mithilfe der Brustwandarterie und der entnommenen Venenstücke angelegt; die defekten Herzklappen werden entweder durch Prothesen ersetzt oder durch spezielle chirurgische Techniken wiederhergestellt.
  • Bisweilen muss der Chirurg zusätzlich eine Aussackung der Hauptschlagader (Aorten-Aneurysma), z. B. durch Einnähen einer Gefäßprothese, beheben.
  • Das Blut wird wieder durchs Herz geleitet und wärmt es an; das Organ beginnt oft spontan oder aber mithilfe von elektrischen Impulsen zu schlagen.
  • Nach genauer Kontrolle der Herz- und Gefäßfunktion koppelt das Operationsteam die Herz-Lungen-Maschine ab.
  • Das Brustbein wird verdrahtet, der Brustkorb verschlossen.
 
 
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